Für ihre Schüler war sie „wie eine Mutter“ – Verabschiedung der Schulleiterin Marianne Falkner in den Ruhestand

Aus der RNZ:

Für ihre Schüler war sie „wie eine Mutter“
Die Leiterin des Walldorfer Gymnasiums, Marianne Falkner, wurde in den Ruhestand verabschiedet – Viele herzliche Dankesworte

Walldorf. (seb) An der „geballten Ladung Emotionen“ und an der großen Gästeschar, dem „Who is Who der Raumschaft“: Daran machte Vittorio Lazaridis vom Regierungspräsidium Karlsruhe fest, wie beliebt und respektiert Marianne Falkner ist. Die Schulleiterin des Walldorfer Gymnasiums wurde in einer dreistündigen Feier mit zahllosen herzlichen, sehr persönlichen Dankesworten in den Ruhestand verabschiedet. Wobei keiner der Redner sich so recht vorstellen konnte, dass eine derart energiegeladene Persönlichkeit so schnell zur Ruhe kommt.
Zum „Trauerspiel in einem Festakt, der Verabschiedung unserer alle überragenden Schulleiterin“, begrüßte der stellvertretende Schulleiter Gernot Frei die Gäste und hob die „tolle Zusammenarbeit“ mit Marianne Falkner und ihre „überragende Leistung für die Schulgemeinschaft“ hervor.
Vittorio Lazaridis blickte auf ein eindrucksvolles persönliches Gespräch mit Marianne Falkner zurück, um dann auf ihre Laufbahn einzugehen, in der es ihm zufolge reichlich beeindruckte Vorgesetzte und Kollegen sowie glühende Beurteilungen gab: Die betonen „ihre Zuverlässigkeit, ihre sichtbare Zuwendung zum Schüler, ihren Charakter und ihre pädagogische Leistung“, kurz: lassen sie „als geborene Lehrerin erscheinen“.
Nach der Mittleren Reife in Leimen wechselte Marianne Falkner ans Hölderlin-Gymnasium, studierte dort in Heidelberg später Mathematik, Politik und Philosophie. Ihr Referendariat absolvierte sie an ihrer „eigenen Schule“ ehe sie kurz am Kurpfalz-Gymnasium in Schriesheim tätig war. Seit 1980, für 36 Jahre, war sie in Walldorf tätig, vier Jahre als Konrektorin und die letzten sieben Jahre als Schulleiterin. Parallel sammelte sie als Mutter dreier Kinder „praktische pädagogische Erfahrungen“, so Lazaridis.
Sie verkörpere „einen Löwenanteil des viel gerühmten liberalen ‘Walldorfer Geists‘, der sich durch eine besonders gute Kommunikation und Pädagogik auszeichnet“, lobte Lazaridis auch die große Angebotsvielfalt im Ganztagsprogramm des Gymnasiums. Er schloss mit einem herzlichen Dank für Marianne Falkners über 40-jährige Schularbeit.
„Für eine außergewöhnliche Frau“ traten sie gemeinsam aufs Podium: Bürgermeisterin Christiane Staab und der Erste Beigeordneter Otto Steinmann. Das persönliche Verhältnis sei „von viel Vertrauen und Wertschätzung geprägt“ gewesen, so Steinmann. Marianne Falkner habe ihren „Beruf als Berufung verstanden“, mit einer klaren Priorität, die ein deutliches Echo hervorrief: „Deine Schüler lieben dich.“ Im Namen von Stadt, Rat und der ganzen Walldorfer Gesellschaft dankte Bürgermeisterin Staab der scheidenden Schulleiterin, die das Gymnasium „durch stürmischste Zeiten gelenkt“ habe, „immer beharrlich, fadengerade“ in ihrer Haltung. Als Mutter dankte Christiane Staab für „die grenzenlose Zugewandtheit zum Kind“.
Charakter, Kompetenz, Engagement: Fürs Lehrerkollegium stellte Antje Hinrichs der scheidenden Chefin eine überragende „Anlassbeurteilung“ aus. „Ausgeprägte Managementqualitäten“ und viel Humor bescheinigten Regina Roll, Ute Bittner und Gaby Kuhrs vom Elternbeirat Marianne Falkner und betonten dabei, dass die Schulleiterin „wie eine Mutter“ für jeden ihrer über 1000 Schüler gewesen sei. Für die Schülerschaft zeigte ein Team um Maren Schmitz einen Film voller launiger Dankesworte und -lieder aktueller und ehemaliger Schüler. Einer „Vollblutpädagogin mit höchster menschlicher und fachlicher Kompetenz“ sprach Christa Nohe vom Verein der Freunde und Förderer des Gymnasiums ihre Wertschätzung aus.
Grußworte auch im Namen der Kollegen der umliegenden Gemeinden sprach Werner Sauer, geschäftsführender Schulleiter in Walldorf, für die freundschaftliche Zusammenarbeit dankte Helmut Hibschenberger, Rektor der Realschule, und sein Vorgänger Dieter Burkard sowie derjenige Marianne Falkners, Dietrich Laber, hoben ihre Leistungen hervor, um ihr dann das Beste für den Ruhestand zu wünschen. Dem schloss sich Anette Feuchter, Leiterin der Volkshochschule Südliche Bergstraße, an und freute sich dabei, dass Marianne Falkner ihr im Beirat und der Qualitätskommission der VHS erhalten bleibe.
Jede Menge Blumen und Präsente wurden Marianne Falkner überreicht, ein Dankeschön der befreundeten Schule von Walldorfs französischer Partnerstadt Cognac erreichte sie und all die aktuellen und ehemaligen Schüler und Lehrer, Big Band sowie Chor des Kollegiums, die die Feier musikalisch umrahmten, ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, Worte der Anerkennung und beste Wünsche einzustreuen.
„Ich war Smutje und habe es bis zum Kapitän geschafft“: Erinnerungen an eine „großartige Zeit“ mit einem „Dreamteam“ sowie herzliche Dankesworte an alle Wegbegleiter und vor allem ihre Familie standen im Mittelpunkt von Marianne Falkners Rede. Doch mahnte sie auch, „wie viel Glück wir alle haben“, in Frieden zu leben, anstatt vor Krieg oder Vertreibung fliehen zu müssen: Dafür vor allem müsse man dankbar sein. Sie könne alle jungen Menschen nur ermutigen, Lehrer zu werden, „das ist etwas Tolles“. Sie habe immer der Gesellschaft dienen und das Land voranbringen wollen, „das fängt im Kleinen an, indem man jeden einzelnen wahrnimmt und wertschätzt“. Das habe ihren Umgang mit den Schülern geprägt und das sei auch das Motto „ihrer“ Schule. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass es auch unter neuer Leitung so bleibe. Mit stehenden Ovationen drückten die Anwesenden abschließend ihre Anerkennung aus.
Was der Ruhestand für Marianne Falkner bringt? Besuche bei ihren Kindern, Reisen, Konzerte und Ausstellungen, „aber ich habe mir auch fest vorgenommen, mein soziales Engagement zu verstärken“, erklärte sie. So sei sie Beisitzerin im Förderverein des Hospizes Agape, „das ist mir extrem wichtig“. Und zwischendurch „möchte ich zur Ruhe kommen“.

Sebastian Lerche (RNZ)

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Walldorf verabschiedeten sich mit einem einstudierten Tanz von ihrer Schulleiterin.

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Walldorf verabschiedeten sich mit einem einstudierten Tanz von ihrer Schulleiterin.

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